Infos für Eltern

 

Liebe Eltern,

in diesem Teil unserer Webseite finden Sie einige Informationen zur Arbeit des Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung. Außerdem finden Sie Antworten zu Fragen, die uns von Eltern häufiger im Zusammenhang mit der Qualitätsentwicklung in den Berliner Kitas gestellt werden.

Das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi) wurde im Jahr 2008 von der Internationalen Akademie Berlin gGmbH (INA) gegründet. Es arbeitet im Auftrag und mit einer Finanzierung der für Jugend zuständigen Senatsverwaltung. Das BeKi unterstützt durch seine Arbeit das Land Berlin, Kita-Träger und insbesondere die Kita-Praxis mit dem Ziel, bestmögliche Bedingungen für die Bildung, Erziehung und Betreuung Ihrer Kinder in Kitas herzustellen.

Das BeKi ist insbesondere in der Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit nach dem Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege (BBP) engagiert. Das BBP ist die gesetzliche Arbeitsgrundlage für alle Kitas in Berlin. Es beschreibt, welches Verständnis der Bildung und Erziehung Ihres Kindes und damit der pädagogischen Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher zu Grunde liegt; wie die Kompetenzen von Jungen und Mädchen gestärkt werden können und welche Aufgaben die Fachkräfte und die Kita-Leitung haben. Die Bedürfnisse und Interessen jedes einzelnen Kindes sowie der Austausch und die Themen in der Kindergemeinschaft stehen dabei im Zentrum der pädagogischen Arbeit.

Ausgangspunkt für die Arbeit des BeKi ist die Qualitätsvereinbarung Kindertagesstätten (QVTAG). Die Qualitätsvereinbarung umfasst Ziele und Maßnahmen zur Sicherung und Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität in den Berliner Kitas. Diese Vereinbarung haben für das Land Berlin die für Jugend zuständige Senatsverwaltung, die fünf Berliner Eigenbetriebe und die Landesverbände der freien Kita-Träger abgeschlossen.

Eine Einführung in das BBP für Eltern finden Sie [hier]

Warum interne und externe Evaluation?

In der internen und externen Evaluation setzen sich die Pädagoginnen und Pädagogen mit vielen unterschiedlichen Fragen auseinander. So wird zum Beispiel gefragt: Wie gestalten wir den Alltag mit den Kindern? Wie gehen wir auf die Bedürfnisse der Kinder ein und wie stellen wir sicher, dass sich die Kinder in unserer Kitas beteiligen können? Welche Spiele und Materialien bieten wir den Kindern an? Wie gestalten wir die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Ihnen, den Eltern? Welche Veränderungen werden angestrebt? Wer übernimmt Verantwortung für deren Umsetzung?

Diese Fragen, die sich Pädagoginnen und Pädagogen stellen, werden in der internen und externen Evaluation noch einmal stärker fokussiert und können systematisch bearbeitet werden. Beide Evaluationsformen sind in Berlin Methoden der Qualitätsentwicklung. Sie unterstützen das Kita-Team, die eigene Arbeit entlang des Berliner Bildungsprogramms zu reflektieren und Ideen für Veränderungen in der pädagogischen Arbeit der Kita abzustimmen. Der Austausch und die Verständigung über gemeinsame Ziele und das dem BBP zu Grunde liegende Bildungsverständnis sind dabei wichtige Bestandteile jeder internen und externen Evaluation.

 

Welche Rolle hat das BeKi bei der externen Evaluation zum BBP?

Das BeKi koordiniert und steuert den Gesamtprozess der externen Evaluation und führt wissenschaftliche Untersuchungen zu den Praxiserfahrungen mit der externen Evaluation durch.

Die Evaluationen werden von durch die für Jugend zuständige Senatsverwaltung anerkannten Anbietern durchgeführt. Im Verfahren der Anerkennung von Anbietern zur externen Evaluation prüft das BeKi, inwieweit das Verfahren und die Methoden der antragstellenden Organisation den Anforderungen an die externe Evaluation zum BBP entsprechen.

Das BeKi führt selbst keine externen Evaluationen in Berliner Kitas durch.

 

Welches Ziel verfolgt die Qualitätsvereinbarung?

Die Vereinbarung zielt auf die beständige Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit auf Grundlage des Berliner Bildungsprogramms.

Der Träger der Kita Ihres Kindes hat sich dazu verpflichtet, die Pädagoginnen und Pädagogen darin zu unterstützen ihre eigene pädagogische Arbeit fortlaufend wertschätzend und konstruktiv-kritisch zu reflektieren. Dabei setzt sich das Kita-Team mit den Anforderungen des Berliner Bildungsprogramms auseinander und überlegt, wie die Arbeit in der Kita mit Ihrem Kind und Ihnen als Eltern gesichert und weiterentwickelt werden kann.

Für die Umsetzung der Qualitätsvereinbarung stellt das Land Berlin den Trägern finanzielle, fachliche und institutionelle Ressourcen wie Fort- und Weiterbildungsangebote, kostenfreie Materialien sowie finanzielle Mittel für die Durchführung externer Evaluationen zur Verfügung.

 

Wie soll die Qualität in den Kitas weiterentwickelt werden?

Die Qualitätsvereinbarung umfasst insgesamt 18 Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung, für deren Umsetzung zum einen Teil das Land Berlin, vertreten durch die für Jugend zuständige Senatsverwaltung und zum anderen Teil die Träger selbst verantwortlich sind. Die Träger haben sich verpflichtet, dass

  • jede Kita über eine eigene Kita-Konzeption verfügt, die auf den Vorgaben des BBP aufbaut,
  • die fachliche Arbeit an Hand der Qualitätsansprüche des BBP in den Kitas kontinuierlich intern evaluiert wird und
  • die Kita einmal in fünf Jahren eine externe Evaluation zum BBP durchläuft.

Weitere Maßnahmen betreffen unter anderem das Sprachlerntagebuch, die Übergangsgestaltung von der Kita zur Grundschule, die Verpflegung der Kinder sowie die Bereitstellung von Praxismaterialien sowie Fort- und Weiterbildungsangeboten durch das Land Berlin. Alle Maßnahmen sind in der Qualitätsvereinbarung genau beschrieben.

 

Wie wird die Perspektive der Eltern in die externe Evaluation zum BBP einbezogen?

Im Berliner Bildungsprogramm wird die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern unterstrichen. Dabei steht das Wohl des Kindes im Mittelpunkt. Ein wichtiger Teil der externen Evaluation ist deshalb Ihre Sicht auf und Ihre Meinung zur pädagogischen Arbeit in der Kita Ihres Kindes.

Sie haben als Eltern ein Recht darauf, in angemessener Form über Verlauf und Ergebnisse der Evaluation in der Kita Ihres Kindes informiert zu werden. Dazu gehört, dass Sie in wesentlichen Angelegenheiten der Kita – wie der externen Evaluation – beteiligt werden müssen.
(siehe: SGB VIII, §22, Abs.3, KitaFöG, § 14 – Elternbeteiligung, QVTAG 3.11)

Zwingender Bestandteil einer externen Evaluation zum BBP ist die Berücksichtigung der Elternperspektive zu Fragen der aktiven Zusammenarbeit und Beteiligung von Eltern in der Kita. In jeder externen Evaluation werden die Eltern daher entweder in einem Gruppengespräch oder schriftlich nach ihren Erfahrungen mit der Arbeit der Kita befragt. Im Zentrum der Befragung stehen dabei die Qualitätsansprüche des Aufgabenbereichs Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern des BBP.

Zur Vorbereitung auf die externe Evaluation steht den Eltern ein Informationsbrief des BeKi zur Verfügung.

 

Wo können die Ergebnisse zur wissenschaftlichen Begleitung des BeKi nachgelesen werden?

Das BeKi führt Befragungen durch, die sich an die Trägervertretung und die Kita-Leitung richten. Der Träger jeder Kita, die eine externe Evaluation abgeschlossen hat, erhält einen Fragebogen. Ziel der Befragung ist es, Erkenntnisse über den Verlauf und Nutzen der externen Evaluation in einer Kita zu erhalten.

Die Ergebnisse dieser Befragungen werden in Jahresberichten des BeKi dargestellt. Ende 2015 hatte jede Kita, die seit 2010 in Berlin besteht, eine externe Evaluation abgeschlossen. Eine Veröffentlichung der Gesamtauswertung für die externen Evaluationen zwischen 2010 - 2015 ist für das Jahr 2017 geplant.

 

Wo können sich Eltern über die Qualität der Kita ihres Kindes beschweren?

Die erste Anlaufstelle für Beschwerden über die pädagogische Arbeit in der Kita ist die Kita-Leitung. Die Kita-Leitung steht in der Verantwortung, ihre Fragen und Anliegen offen aufzunehmen und die Arbeit in der Kita zu vertreten. Es liegt dabei in Ihrem Ermessen, ob Sie die gewählte Elternvertretung einbeziehen.

Ist eine Klärung mit Unterstützung der Kita-Leitung aus Ihrer Sicht nicht möglich, sollte der Träger der Kita (z.B. Vereinsvorstand, Geschäftsführer) über Ihr Anliegen informiert werden. Der Träger ist als Vertragspartner des Landes Berlin dazu verpflichtet, ihr Anliegen ernst zu nehmen und auf die Verwirklichung ihrer Rechte hinzuwirken.
(siehe: SGB VIII § 45 (2) Pkt. 3 „Erlaubnis für den Betrieb einer Einrichtung“)

In schwerwiegenden Fällen steht Ihnen die Kindertagesstättenaufsicht (SenBJW) als Ansprechpartner zur Verfügung.

 

Wo liegt der Unterschied zwischen interner und externer Evaluation?

Bei der internen Evaluation setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Kita regelmäßig zusammen, um einzelne Aufgabenbereiche des Berliner Bildungsprogramms selbstständig zu besprechen. Sie beraten darüber wo die Kita gerade steht, welche Erfahrungen bei den einzelnen Fachkräften und im Team vorliegen und welche Veränderungen das Team für die Zukunft anstrebt. Viele Kitas in Berlin orientieren sich dabei an den Materialien für die interne Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm der für Jugend zuständigen Senatsverwaltung. Das BeKi qualifiziert für dieses Verfahren Multiplikator(inn)en.  Sie begleiten und unterstützen bei Bedarf ein Kita-Team in der internen Evaluation zum BBP.

Bei der externen Evaluation kommt eine unabhängige Person, die pädagogisch und methodisch qualifiziert ist in die Kita und schätzt die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen an Hand der Qualitätsansprüche des Berliner Bildungsprogramms ein. Hierfür beobachtet sie die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen mit den Kindern, befragt die Eltern und führt Gespräche mit der Kita-Leitung, den Pädagoginnen und Pädagogen und der oder dem Trägerverantwortlichen. Je nach Anbieter dauert die Evaluation unterschiedlich lange, da verschiedene Erhebungsmethoden eingesetzt werden. Jede Evaluation schließt mit einem Auswertungsgespräch in der Kita und der Übergabe des Evaluationsberichts ab. Der Evaluationsbericht enthält eine Beschreibung der pädagogischen Arbeit und Stärken der Kita (Ist-Stand), konstruktiv-kritische Hinweise zu erkannten Entwicklungsbedarfen sowie Empfehlungen für die Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit.

Eine Übersicht und weitere Informationen zu den verschiedenen Anbietern für externe Evaluationen finden Sie [hier].

 

Wo werden die Evaluationsergebnisse aus der externen Evaluation veröffentlicht?

Für jede Kita werden die Ergebnisse der externen Evaluation zum BBP in einem Evaluationsbericht dargestellt. Der Bericht ist Eigentum des Kita-Trägers und wird nicht an andere Stellen weitergegeben. Nur dem Träger steht es frei, die Ergebnisse z.B. auf der eigenen Webseite darzustellen, wobei auch hier die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten und der damit verbundene Datenschutz vom Träger berücksichtigt werden muss. Das BeKi oder die für Jugend zuständige Senatsverwaltung erhalten keine Evaluationsberichte.

Als Mutter oder Vater haben Sie keinen rechtlichen Anspruch darauf, den Evaluationsbericht der Kita Ihres Kindes einzusehen, jedoch gibt es die Verpflichtung, Sie über die Ergebnisse in angemessener Weise zu informieren.

Informationen zum Profil der Kita und zur pädagogischen Arbeit mit den Kindern finden Sie generell in der Konzeption der Kita Ihres Kindes. Die Konzeption wird fortlaufend an die aktuelle Situation der Einrichtung angepasst.

In den Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kita-Konzeption des BeKi finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema.